René Andritsch – Grafikdesigner

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Blog von Rene Andritsch, Grafikdesigner

Konkurrenz tut gut

Benutzoberfläche von Affinity Designer der Firma Serif, 2015 © Serif

Benutzoberfläche von Affinity Designer der Firma Serif, 2015 © Serif

Vorausschickend möchte ich sagen, dass ich für kein erwähntes Produkt Werbung mache, sondern meine persönliche Erfahrung und Meinung wiedergebe.

Als ich 1997 mit meiner Designausbildung begann, lernte ich neue Werkzeuge zu benutzen. Firmen wie Adobe, Corel, Macromedia und Quark waren Hersteller, die Designprogramme anboten, um Ideen zu verwirklichen.

Jede Nutzerin und jeder Nutzer hatte und hat bestimmte Vorlieben für den Arbeitsablauf und Anforderungen an ein Werkzeug. Nach wie vor ist es amüsant, Gespräche zwischen Designerinnen und Designern zu verfolgen, wenn sie die Unterschiede zwischen Adobe Illustrator und Macromedia Freehand oder Adobe InDesign und Quark Xpress diskutieren.

Glücklicherweise nahmen mit der technischen Entwicklung die Probleme des Dateiaustauschs zwischen Computerplattformen ab. Viele Programme sind sowohl für Mac OS als auch Windows oder Linux verfügbar. So kann man mit dem System arbeiten, das einem die beste Arbeitsumgebung bietet.

2005 kaufte Adobe den Konkurrenten Macromedia. Der Profisektor war besorgt, denn wie sich zeigte, wurden manche Programme eingestellt und zwang zum Umstieg und dem Erlernen neuer Werkzeuge. Auch die Preispolitik der Softwareunternehmen änderte sich im Laufe der Zeit immer wieder und führte – wie zuletzt 2013 nach Einführung des Mietmodells der Adobe Creative Cloud – zu heißen Diskussionen.

Kostenlose Open-Source-Programme wie Inkscape (Vektorgrafik), Gimp (Bildbearbeitung), Scribus (Desktop Publishing) oder Blender (3D Animation) begannen sich zu etablieren und werden mittlerweile von zahlreichen Kreativen genutzt. Auch im Office-Bereich gibt es Gratis-Alternativen wie Open Office oder Libre Office.

Heuer machte die Firma Serif mit zwei Design-Programmen auf sich aufmerksam: Affinity Designer (Vektorgrafik) und Affinity Photo (Bildbearbeitung). Ziel ist der Profimarkt jedoch ohne Abomodell und zu einem wirklich niedrigen Preis. Ein erster Blick auf die Programme sieht sehr interessant aus. Es werden viele Funktionen geboten, die sogar bei großen Entwicklern vergebens gesucht werden. Beide sind derzeit leider nur für Mac OS erhältlich. Für 2016 wird Affinity Publisher (Desktop Publishing) angekündigt.

Das für mich Wichtigste bei all diesen Entwicklungen ist die Möglichkeit, mich für Produkte entscheiden zu können, die mir helfen, Projekte nach meinen und den Vorstellungen der Auftraggeberinnen und Auftraggeber umzusetzen. Und das mit der bestmöglichen Qualität in der Ausarbeitung. Zudem steigert das Erscheinen hochwertiger Konkurrenzprodukte die Bemühungen der Computersoftware-Hersteller, Designerinnen und Designern gute Werkzeuge in die Hand zu geben.

Benutzoberfläche Affinity Photo, 2015 © Zastolskiy Victor. Unter der Lizenz von Shutterstock.com

Benutzoberfläche Affinity Photo, 2015 © Zastolskiy Victor. Unter der Lizenz von Shutterstock.com